Kapuzinerkresse Tropaeolum majus

 

 

 

Die Blüte der «Kapuzinerli» erinnert an die Kopfbedeckung von Fabelmännchen,

den Waldwurzelmännchen oder «Wichteli»…

 

Geschichtliches – Kapuzinerkresse

Durch holländische Konquistadoren wurde die ursprünglich in Südamerika beheimatete Kapuzinerkresse 1680 nach Europa gebracht, wo sie Einzug in die Klostergärten fand und als Gewürzkraut wie auch als Heilpflanze hoch geschätzt wurde. Der Blütensporn der Kapuzinerli – wie sie im Volksmund auch genannt wird, erinnert auch an die Kopfbedeckung der Mönchskutten und deshalb kann man den deutschen Namen auch von den Kapuzinermönchen ableiten. Anderen Quellen zufolge soll die Namensgebung durch die schildförmigen Blätter (peltate) beeinflusst worden sein, denn Tropaeolum findet sich im lateinischen Wort tropaeum und dies bedeutet – «ein mit Schildern und Waffen behängter Baum als Siegeszeichen».

Die kleinen und unscheinbaren Waldmännchen – «Wichteli» – sollen sich ihre Häupter mit einer leuchtend farbigen Kapuzinerblüte geschmückt haben, um sich so gegen Sonne und Regen schützen zu können.

 

Botanik und Kultur

Name: Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Volkstümliche Namen: Kapuzinerli, Salatblume

Wer kennt sie nicht, die bei uns als einjährige Pflanze kultivierte Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), welche ursprünglich aus Peru stammend, dort sogar mehrjährig gedeihen. Kapuzinerkresse gehören zu

den unproblematischen Einjährigen, welche innert weniger Wochen nach der Keimung rankend und kletternd sich ihren Lebensraum aussuchen. Sie lassen sich sogar recht gut in einem Topf oder Balkonkistchen

halten und sind so eigentlich immer in Griffnähe. Die Vermehrung erfolgt durch die Aussaat im zeitigen Frühjahr, aber auch die Vermehrung über Triebstecklinge im Sommer ist möglich.

Diese krautige Pflanze ist stark frostempfindlich. Kapuzinerkresse benötigen eine gut durchlässige, feuchte und normal fruchtbare Erde an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Nährstoffreiche Erde fördert zwar ein üppiges Laubwachstum, welches aber die Blütenbildung eher etwas einschränkt. Kapuzinerkresseblüten gibt es in sehr vielen Farben und Varianten von orange, über gelb bis zu rötlichen Farbtönen, einfach und auch gefüllt.

Die Blätter sind hellgelb bis graugrün, schildförmig (peltate) und marmoriert.

Kapuzinerli werden oft als Begleitpflanze zur Abwehr der weissen Fliege gepflanzt sind aber selber anfällig für Blattläuse. Am Stammansatz von Apfelbäumchen soll die Kapuzinerkresse Blattläuse abwehren.

 

Verwendung in der Naturheilkunde

Alle Teile, ob Blätter, Blüten und auch Knospen werden im Sommer geerntet und frisch für Aufgüsse und Tinkturen verwendet. Innerlich eingenommen, verhilft die Kapuzinerkresse zu Linderung bei Infekten der Atemwege, Mangelerscheinungen der Haut und der Haare. Aeusserlich angewendet bei Haarausfall und bei kleineren Verletzungen. Peruanische Indianer verwendeten die Blätter der Kapuzinerkresse zur Behandlung von Wunden jeglicher Art.

Kapuzinerkresse enthält viel Vitamin C, stärkt dadurch das Immunsystem und ist somit eine hervorragende Pflanze gegen Erkältungen. Verwendet werden die Kapuzinerli jedoch nicht als Tee, sondern man würzt damit Speisen oder man kaut einfach eine Blüte und hin und wieder einige Blätter.

 

Verwendung in der Küche

Von der Kapuzinerkresse kann man sowohl die schildförmigen Blätter, als auch die Blüten, sowie die Blütenknospen essen. All diesen Pflanzenteilen ist der pfeffrige Geschmack eigen. Die frisch gehackten Blätter verleihen Weichkäse, Eierspeisen, gratinierten Kartoffelgerichten und Quark eine spezielle, sehr erfrischende Geschmacksnote und stärken so nebenbei wie bereits vermerkt, das Immunsystem. Man kann deshalb ruhig sagen, überall wo man ein würziges Grün haben will, eignen sich fein geschnittene Kapuzinerkresseblätter. Die farbigen und sehr dekorativen Blüten machen jeden Salat zu einer Augenweide und hier erklärt sich nun wohl auch der volkstümliche Name – Salatblume. Die Blütenknospen und grünen Früchte lassen sich gut marinieren und die in Essig eingelegten Knospen werden auch als Kapernersatz – falsche Kapern, bezeichnet.

Da die schönen und mit leuchtenden Farben ausgezeichneten Blüten weniger pfeffrig im Geschmack sind als die Blätter, lassen sie sich sogar zu Dessertvariationen, wie z. B. bei einem Reissoufflé als Dekoration verwenden.